Fructoseintoleranz – Diagnose

Die Diagnose von Fructoseintoleranz ist von der Vorgehensweise der Diagnose von Laktoseintoleranz ähnlich. Häufig liegt ein Anfangsverdacht vor, etwa wenn nach der Aufnahme von besonders viel Fructose auf einmal typische Symptome im Magen-Darm-Bereich auftreten. Allerdings ist der Verdacht alleine nicht hinreichend für eine aussagekräftige Diagnose, für die man einen Arzt aufsuchen sollte. Untersucht wird dabei, ob Fructose vollständig aufgenommen wird oder nicht, d.h. ob eine Fructosemalabsorption vorliegt. In Verbindung mit den Symptomen ergibt sich daraus das Gesamtbild einer Fructoseintoleranz.

Für eine systematische Diagnose von Fructosemalabsorption ist das übliche Verfahren der sog. Wasserstoffatemtest. Für diesen Test ist im Vorfeld etwas Mitarbeit des Patienten gefragt. Es ist darauf zu achten, dass mindestens 12 Stunden vor der Untersuchung nichts mehr gegessen wurde. Nun wird der Wasserstoffgehalt der Atemluft bestimmt. Dann wird dem Patienten eine hohe Dosis Fructose verabreicht und anschließend wieder der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen und zwar in regelmäßigen Abständen über einen Zeitraum von etwa zwei Stunden hinweg. Innerhalb dieser Zeit muss die Fructose normalerweise im Dünndarm absorbiert werden. Ist dies nicht der Fall, so gelangt die Fructose in den Dickdarm und der Wasserstoffgehalt steigt durch die dort stattfindenden Umwandlungsprozesse signifikant an. Ist ein signifikanter Anstieg des Wasserstoffgehalts in einem Zeitfenster von etwa 45 min. bis 120 min. nach Gabe der Fructose meßbar, so kann auf eine Fructosemalabsorption geschlossen werden. Allerdings kann eine Fructosemalabsorption leider nicht vollständig ausgeschlossen werden, wenn es zu keinem Anstieg des Wasserstoffgehalts kommt. Aus verschiedenen Gründen fallen schätzungsweise etwa 25% der Patienten in die Gruppe der sog. Non-Responder, d.h. diese Personen sprechen auf den Test nicht an und dementsprechend kann u.U. fälschlicherweise keine Fructosemalabsorption diagnostiziert werden.

Vor der Durchführung des Wasserstoffatemtests ist eine wichtige Voraussetzung, dass die sog. hereditäre Fructoseintoleranz ausgeschlossen werden kann. Dieser Aussschluß erfolgt durch einen Gentest. Die hereditäre Fructoseintoleranz ist extrem selten und steht deshalb auch hier nicht im Fokus der Betrachtung. Es handelt sich um einen erblich bedingten Enzymdefekt, bei dem der Fructosestoffwechsel gestört ist. Die im Rahmen des Wasserstoffatemtests verabreichte hohe Dosierung an Fructose kann Personen mit einer hereditären Fructoseintoleranz in Lebensgefahr bringen, weshalb letztere vor einem solchen Belastungstest unbedingt ausgeschlossen werden muss.

Siehe auch:
-> Fructoseintoleranz – was ist das?
-> Fructoseintoleranz – Symptome
-> Fructoseintoleranz – Ursachen